Vom 27. Juni – 13. September 2026
Im Wilden Westen Nordamerikas, in einer Zeit, in der Eisenbahnen das Land verändern sollen, kommt ein Deutscher nach New Mexico: Old Shatterhand. Er sucht Arbeit und Abenteuer – doch schnell merkt er, dass es hier um weit mehr geht als um Vermessungen und Schienen.
Denn dieses Land gehört den Apachen. Winnetou versucht gemeinsam mit seinem Vater, Intschu-Tschuna, den Frieden zwischen seinem Volk und den Weißen zu bewahren. Dabei glaubt Winnetou fest an Verständigung statt Gewalt. Seine Schwester Nscho-tschi und der weiße Lehrer Klekih-Petra teilen diesen Wunsch nach Frieden und gegenseitigem Respekt.
Doch nicht alle denken so. Der skrupellose Banditenführer Santer will die Eisenbahn um jeden Preis durch das Land der Apachen bauen – aus Gier nach Gold und Macht. Verträge werden gebrochen, Versprechen verlieren ihren Wert. Auch Tangua, der stolze Häuptling der Kiowa, misstraut den Weißen zutiefst. Er hält den Frieden für eine Illusion und glaubt, nur Stärke und Kampf könnten das Überleben der Indianer sichern. In einem schweren Zweikampf mit Intschu-Tschuna entscheidet sich, ob die Stämme weiter auf Frieden hoffen oder sich auf den Krieg vorbereiten.
Zwischen all diesen Fronten steht Old Shatterhand. Er erkennt, dass Unrecht geschieht, und weigert sich, daran mitzuwirken. Als er sich offen gegen Santer stellt, wird er selbst zum Ziel. In der aufgeheizten Stimmung kommt es sogar zu einem Kampf zwischen ihm und Winnetou – ein tragisches Missverständnis, das zeigt, wie schnell Angst und Wut selbst Freunde trennen können.
Der Tod von Klekih-Petra zerstört schließlich die letzten Hoffnungen auf einen friedlichen Ausgleich. Der Krieg scheint unausweichlich. Tangua geht noch weiter: Er lockt Old Shatterhand in eine Falle, um ihn gefangen zu nehmen und ein Zeichen gegen die Weißen zu setzen. Hass und Rache drohen alles zu überrollen.
Doch inmitten von Gewalt und Verrat wächst etwas Neues: Aus gegenseitigem Respekt entsteht zwischen Winnetou und Old Shatterhand eine tiefe Freundschaft. Beide müssen lernen, Verantwortung zu übernehmen – nicht nur für sich selbst, sondern für ganze Völker.
Mit Humor und Menschlichkeit begleiten das Geschehen das berühmte „Kleeblatt“ – Sam Hawkens, Will Parker und Dick Stone –, die Saloonwirtin Miranda und der oft betrunkene, aber gutherzige Bancroft.
„Winnetou I“ erzählt von Freundschaft über Grenzen hinweg, von Mut und Schuld, von falschen Entscheidungen – und von der Hoffnung, dass selbst in dunklen Zeiten ein gerechter Weg möglich ist.
Eine neue spannende Inszenierung mit 60 Darstellern und über 40 Pferden auf der 100 m breiten Naturbühne.
Winnetou ist hochkarätig besetzt: Jean-Marc Birkholz kehrt 2026 erneut als Häuptling der Mescalero-Apachen auf die Elsper Naturbühne zurück. Jean-Marc Birkholz gilt seit Jahren als einer der renommiertesten Winnetou-Darsteller im deutschsprachigen Raum.
Thomas Koziol übernimmt 2026 erstmals die Rolle des Old Shatterhand in Elspe.
Der österreichische Schauspieler, Regisseur und Stuntman zählt seit Jahrzehnten zu den prägendsten Figuren der europäischen Karl-May-Welt, war bislang jedoch vor allem als Winnetou bekannt. Der Rollenwechsel gilt als mutig und dramaturgisch reizvoll.
Mit James Bürkner übernimmt ein erfahrener Elsper Schauspieler eine der ikonischsten Schurkenrollen des Karl-May-Universums. Als Santer, der charismatische und skrupellose Anführer der Tramps, prägt er den dramatischen Kern der neuen Inszenierung.
Publikumsliebling Sebastian Kolb kehrt zurück und verkörpert Tangua, einen der bedeutendsten indianischen Anführer aus dem Karl-May-Universum. Kraftvoll, kompromisslos und gefährlich stellt er Old Shatterhand und seine Gefährten vor eine dramatische Herausforderung.
In seiner dritten Elspe-Spielzeit übernimmt Oliver Fleischer die Rolle des Vermessungsoberingenieurs Bancroft – streng, unberechenbar und dem Alkohol nicht abgeneigt. Mit Humor und emotionaler Tiefe gestaltet Fleischer eine Figur, die für Konflikte und überraschende Wendungen sorgt.
Auch die Frauenfiguren erhalten 2026 mehr Gewicht. Tina Mester, ein echtes „Elsper Bühnenkind“, übernimmt die Rolle der resoluten Saloonwirtin Miranda, die als moralische Instanz und starke Persönlichkeit eng an Winnetou, Old Shatterhand und das Kleeblatt heranrückt.
Sarah Gösser übernimmt 2026 die Rolle der Nscho-tschi, Winnetous Schwester – eine der emotional bedeutendsten Frauenfiguren der frühen Karl-May-Geschichten.
Für Sarah Gösser ist diese Rolle ein ganz besonderer Schritt – künstlerisch und persönlich. Sarah Gösser ist in Elspe aufgewachsen – praktisch direkt im Umfeld der Naturbühne. Als Tochter des langjährigen Darstellers Harald Heufer begleitete sie das Festival schon früh und sammelte bereits als Kind erste Bühnenerfahrungen.
2024 begeisterte Sarah außerdem in der großen Dinnershow in der Elsper Showhalle – dort unter anderem als Nscho-tschi in einer szenischen Version, die bereits ihr Talent für diese Rolle erahnen lies.
Ein besonderes Augenmerk liegt zudem auf dem berühmten Westmann-Trio. Matthias Schlüter verkörpert weiterhin den beliebten Sam Hawkins, für dessen Darstellung er 2024 mit dem Golden Eagle Award ausgezeichnet wurde.
An seiner Seite steht Markus Lürick als ruhiger Cowboy Dick Stone, eine Rolle, die er mit stoischer Gelassenheit und großer Bühnenroutine ausfüllt. Neu im Bunde ist Michael Müller als impulsiver Will Parker, der frischen Schwung und Abenteuerlust ins Ensemble bringt.
Michael Müller ist Will Parker, der gutmütige Draufgänger.
Ein Rheinländer auf dem Weg ins Sauerland
Michael Müllers erste Station auf der Bühne war das Koblenzer Jugendtheater. Nach seiner Schauspielausbildung im Jahr 2008 etablierte er sich sowohl fest als auch freiberuflich als Schauspieler und Sänger. Aufgetreten ist er seitdem unter anderem am Theater der Stadt Koblenz sowie mit dem Theater auf Tour Darmstadt. Zu sehen war er dabei u. a. in Produktionen wie „Hilfe, wir verreisen“, „Der kleine Lord“ und „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“.
Darüber hinaus sammelte Müller jenseits der Bühne wertvolle Erfahrungen als Regieassistent.
Auch in der Karl-May-Welt ist Müller längst kein Unbekannter mehr. Zehn Jahre lang war er fester Bestandteil der Festspiele Burgrieden, wo er als Schauspieler auf der Bühne stand und – seit 2018 – zusätzlich die Bücher der Karl-May-Inszenierungen schrieb und die Regie führte. Mit seiner Handschrift, seinem Gefühl für Dramaturgie und seiner Leidenschaft prägte er die Festspiele nachhaltig und spielte sich schnell in die Herzen vieler Karl-May-Fans – als Regisseur, Autor und Schauspieler.
In Elspe jedoch wird sich Michael Müller ganz auf seine schauspielerischen Fähigkeiten konzentrieren können. Als Will Parker bringt er frischen Schwung, große Energie und viel Herz in das berühmte Karl-May-Kleeblatt.
Die Festspiele freuen sich auf Friedrich Grud, einen seit Jahrzehnten prägenden Künstler der europäischen Karl-May-Theaterlandschaft. Als Schauspieler, Autor, Regisseur und Horsemaster war er an zahlreichen Festspielen und internationalen Filmproduktionen beteiligt. 2026 steht er erstmals auf der Elsper Bühne – ein Gewinn für Ensemble und Publikum.
Die Saison 2026 denkt in großen Bildern. Auf einer Bühne, auf der seit fast sieben Jahrzehnten Pferde und Menschen, Natur und Drama eine Einheit bilden, bekommt „Winnetou I“ in diesem Sommer eine Dimension hinzu, die buchstäblich in die Höhe geht.
Die Karl-May-Festspiele starten am 27. Juni. 2026. Tickets und weitere Informationen unter www.elspe.de.

©️DWDA – Kein offizielles Plakat der Karl-May-Festspiele Elspe 2026. Copyright by: Markus Herzog
